“Rosenheim-Cops”-Star Karin Thaler spricht über Spielsucht ihrer Mutter
Bild: IMAGO / Sven Simon

Jahrelang kämpfte der “Rosenheim-Cops”-Star Karin Thaler gegen die Folgen der Spielsucht ihrer Mutter. Schulden, Verzweiflung und Scham beeinflussten das Leben der Familie. Jetzt spricht sie offen über eine Zeit, die sie nie losgelassen hat.
Flucht vor dem Geräusch
Im Interview mit “Bunte” erzählt Karin Thaler, wie unbemerkt alles begann. Ihre Mutter ging regelmäßig in Spielcasinos. Angeblich, um ihren Tinnitus zu überdecken. “Ich habe bis heute keine Antwort darauf, warum meine Mama plötzlich anfing, ins Spielcasino zu gehen”, erklärt sie. Die Schauspielerin erinnert sich:
Uns erzählte sie, dass sie durch die Spielautomaten ihren Tinnitus übertönen könne, der sie mit Anfang 50 zu quälen begann.
Gefangen in einem Teufelskreis
Mit der Zeit spitzte sich die Situation dramatisch zu. Die finanziellen Probleme wuchsen, und die 60-Jährige versuchte verzweifelt, gegenzusteuern.
Ich habe wie eine Blöde gearbeitet, um ihre Schulden zu bezahlen, die sie überall gemacht hat.
Inzwischen blickt die “Rosenheim-Cops”-Schauspielerin mit mehr Abstand auf diese Zeit zurück und erkennt die Dynamik: “Heute weiß ich, dass ich co-abhängig von ihrer Spielsucht war und in einer toxischen Beziehung zu ihr feststeckte”, berichtet sie im Interview.
Der Tiefpunkt: Gefängnis
Der Absturz erreichte Anfang der 90er-Jahre seinen Höhepunkt.
Meine Mutter landete 1993 im Gefängnis, weil sie versucht hatte, einen Supermarkt zu erpressen.
Und weiter: “Sie wollte fünf Millionen Mark haben, sonst würde sie der Presse stecken, dass Gift im Hüttenkäse wäre, den sie sich dort immer kaufte.”
Für diese Tat wurde sie laut Karin zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, unter anderem wegen Diebstahls und versuchter räuberischer Erpressung.
Trotz der extremen Belastung blieb die Schauspielerin an der Seite ihrer Mutter. “Trotzdem habe ich weiter zu ihr gehalten.”