„Rosenheim Cops“-Fan platzt der Kragen – Kritik sorgt für große Diskussion
Ein Fan rechnet stinksauer mit den „Rosenheim-Cops“ ab und kehrt der Serie den Rücken. Seine Kritik wird kontrovers diskutiert.
München – Die ZDF-„Rosenheim-Cops“ befinden sich aktuell mitten in ihrer 25. Staffel – gleichzeitig erfreuen sich aber auch die Wiederholungen alter Folgen großer Beliebtheit. Eine solche sorgte nun dafür, dass einem Fan der Kragen platzte – und er sogar der Serie den Rücken kehrt. Das machte er in einer „Rosenheim-Cops“-Fan-Gruppe bei Facebook mit mehr als 26.000 Mitgliedern deutlich. Sein Beitrag erhielt großes Aufsehen und zig Kommentare.

Er führt eine detaillierte Kritik an der Figur des Polizeidirektors Gert Achtziger (gespielt von Alexander Duda, 70) an. „Der Achtziger rügt alle, die eine Minute etwas privat erledigen, ob telefonieren, oder während der Arbeitszeit ein Vesper kaufen oder wenn der Handyakku leer ist usw., aber er selbst hat nur seine Musikakademie im Kopf“, schreibt der Nutzer. Er bemängelt weiter: „Er empfängt Leute während der Arbeitszeit deswegen, er verlässt seinen Arbeitsplatz dafür, er verteilt die Arbeit an Frau Hofer, Frau Stockl, Michi Mohr, sogar die überkorrekte Frau Ortmann hat sich schon die Finanzen der Musikakademie angesehen.“ Das Posting wurde übrigens am 27. Januar abgesetzt – kurz nachdem im ZDF die Wiederholung der Folge „Der letzte Pfusch“ aus dem Jahr 2015 lief.

„Rosenheim-Cops“-Gucker stört sich an Achtziger-Verhalten – und unrealistischer Darstellung
Seine Kritik geht jedoch über die Charakterdarstellung hinaus. Der bisherige Stammzuschauer stört sich auch an der unrealistischen Ermittlungsarbeit: „Jeder Mord ist in zwei Tagen aufgeklärt. Ergebnisse von Fingerabdrücken, DNA, Handy-Bewegungsprofil usw., alles ist am gleichen oder nächsten Tag erledigt. Es ist so unrealistisch.“ Seine Konsequenz ist eindeutig: „Ich werde mir die RC nicht mehr anschauen, es sei denn, der Achtziger bekommt endlich mal Schwierigkeiten!!!“
Die Reaktionen der anderen Gruppenmitglieder sind nicht gerade von breiter Zustimmung geprägt. Viele wiesen darauf hin, dass es sich bei der Serie um Fiktion handelt. „Das ist doch alles nur Film, dass es an der Realität vorbeigeht, wissen doch alle“, kommentierte ein Nutzer. Ein anderer schrieb: „Ehm… als Stammseher sollten Sie wissen, dass das ein Film ist und nicht die Realität.“ Das schließt selbstredend nicht aus, dass man vorm Fernseher auch genervt sein darf.
Einige Fans verteidigten die Serie mit Verweis auf ihre entspannende Wirkung. „Ist doch lustig mit all den Charakteren. Ohne Brutalität und Geballer. So richtig zum Entspannen“, schrieb eine Nutzerin. Ein anderer ergänzte: „Es sind halt diese offensichtlichen Widersprüche, die in dieser Serie zelebriert werden – und die es so köstlich lustig machen.“ Die Fans schätzten besonders die „harmlose“ Art der Serie und die „hübschen Landschaftsbilder“.
Verärgerter Ex-Fan der „Rosenheim-Cops“ bekommt viel Gegenwind – aber auch Zustimmung
Nicht alle Reaktionen waren jedoch ablehnend gegenüber der ursprünglichen Kritik. Eine Nutzerin schrieb: „Ich kann schon verstehen was du meinst. Mich nervt in letzter Zeit auch einiges, was da so läuft. Der Achtziger ist mir auch ein Dorn im Auge. Würde mir wünschen, dass er auch mal eins auf den Deckel bekommt.“ Ein anderer Nutzer bemerkte zur Figur der Marie Hofer: „Frau Hofer hat schon lange keine Landwirtschaft mehr. Geht nur noch zum Stadtrat oder Musikakademie. Aber nur in der Serie ist Stadtrat ein bezahlter Ganztagesjob.“
Interessant war auch die Reaktion eines Nutzers, der humorvoll auf die Kritik einging: „Hiermit rüge ich Herrn Achtziger, also kannst wieder schauen.“ Das konnte den verärgerten Ex-Fan aber auch nicht besänftigen – er ließ seinem Ärger tatsächlich Taten folgen und hat die Facebook-Gruppe verlassen. Mit unserer Redaktion hat Achtziger-Darsteller Alexander Duda vor einigen Monaten über seine Ehe gesprochen. Seine Frau spielte nämlich auch schon in der Serie mit. (Quellen: Facebook, ZDF, tvinfo.de, Archiv) (lin)