„Ich hatte 1000 Schutzengel“: Max Müller über eine gefährliche Begegnung bei den „Rosenheim-Cops“
Herr Müller, „Die Rosenheim-Cops“ laufen in der 25. Staffel. Warum ist die Serie so erfolgreich
Max Müller: DAFÜR GIBT ES DREI GRÜNDE: bayerisches Lebensgefühl, wenig Blut und Schauspieler, die in Ruhe kreativ sein dürfen.
Sie spielen seit 2002 die Rolle des Polizeihauptmeisters Michi Mohr. Was ist der Vorteil, wenn man eine Rolle über eine so lange Zeit verkörpert?
Müller: Ich war 35, als wir angefangen haben. Jetzt bin ich 60. Das allein ist spannend genug – Krimi pur!
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Warum wird Ihnen die Rolle auch nach so langer Zeit nicht langweilig?
Müller: Weil mir keine Rolle langweilig werden darf! Sonst will ich sie nicht mehr spielen.
Können Sie sich noch an ihre allererste Szene erinnern?
Müller: Ja, freilich. Die allererste Szene war allerdings noch gar nicht so interessant für mich. Aber in der letzten, sehr kurzen Szene an diesem ersten Drehtag, zusammen mit meinem Freund Joseph Hannesschläger, war eigentlich alles drin, wofür ich „Die Rosenheim-Cops“ liebe. Und den Michi Mohr auch.
Gibt es einen kuriosen Moment am Set, den Sie niemals vergessen werden?
Müller: Einmal ist mir ein 800 Kilo schwerer Ochse, der Beppo, mitten auf dem Rosenheimer Hauptplatz auf den rechten Fuß gestiegen. Ich hatte damals 1000 Schutzengel. Alles noch dran!
In all der Zeit gab es viele Gastauftritte. Wer hat Sie am meisten überrascht?
Müller: ALLE WAREN TOTAL NETT! ABER DIE SIMONE THOMALLA HAT MICH SCHON EIN BISSCHEN ÜBERRASCHT: Erst war sie eher kühl und reserviert. Dann war ich mutig und habe ihr meinen Lieblingswitz erzählt. Nicht ganz jugendfrei. Sie hat schallend gelacht. Und dann haben wir uns eine halbe Stunde lang unsere besten nicht ganz jugendfreien Witze erzählt. Unvergesslich.
Im Oktober war der letzte Drehtag Ihrer Kollegin Marisa Burger. Wie war’s?
Müller: Na ja, tränenreich halt. Aber wir konnten uns ja schon die ganze letzte Staffel lang wappnen.

Sie sind dieses Jahr 60 geworden. Wie und wo haben Sie gefeiert?
Müller: Meine Mama und ich haben beide am 12. März Geburtstag. Und heuer haben wir einfach ganz still gefeiert. Zu zweit in einem Restaurant. Und ganz überraschend kam meine Freundin Vera Russwurm ins Lokal. Mit Geschenken und jeder Menge guter Laune. Total lieb und unerwartet. Sie und mein Freund Jonathan Bläß hatten das Ganze hinter unseren Rücken eingefädelt.
Haben Sie anlässlich Ihres runden Geburtstags mal ein Zwischenfazit gezogen? Worauf sind Sie stolz, was würden Sie aus heutiger Sicht anders machen?
Müller: ZWISCHENFAZITS MACH’ ICH EIGENTLICH IMMER WIEDER EINMAL, NICHT NUR ZUM 60ER! ICH FREU’ MICH SEHR, DASS ICH MEINEN ABSOLUTEN TRAUMBERUF SCHON SO LANGE AUSÜBEN DARF UND DASS MEINE ELTERN IHN MIR MÖGLICH GEMACHT HABEN. UND BEREUEN: Na ja, ich war fünf Jahre lang an der Wiener Hochschule für Musik und darstellende Kunst und wurde dort als Tenor ausgebildet. Das war schlecht, weil ich ein Bariton bin. Dieser Fehler meiner Lehrer hat mich fast meine Stimme gekostet. Und viele Jahre sängerische Lebenszeit. Das würde ich heute sicher anders machen und rechtzeitig auf meine innere Stimme hören. Die hat nämlich leise, aber sehr klar gesagt: Du bist kein Tenor.
Was tun Sie für Ihre Gesundheit?
MÜLLER: Ich bewege mich gern, vermeide jegliche Art von Sport und ernähre mich zu 90 Prozent vegetarisch. Und – die Uniform passt noch immer!
Was macht Sie glücklich?
Müller: Vieles macht mich glücklich. Fensterputzen, schöne alte Schallplattengeschäfte, unterwegs sein, zu Hause sein, echte Freundschaft, meinen Schatz umarmen, frühstücken auf dem Balkon oder im Bett, die Stimmen von Jussi Björling, Francesco Guccini und Barbra Streisand, Blumen umtopfen, Abba hören, Radfahren, mit Hunden spielen, mit Menschen plaudern, neue Dinge lernen … Und wenn grad nix zu tun ist, tu ich am liebsten nix!
Sie beschäftigen sich mit Astrologie und glauben an die Macht des Universums. Sind Sie auch ein religiöser Mensch?
Müller: Ich bin gläubig sozialisiert und ein Leben ohne den Glauben an eine höhere Macht wäre für mich ein Irrtum. Ich bete regelmäßig, gehe aber so gut wie nie in die Kirche.
Wie verbringen Sie das Weihnachtsfest? Haben Sie bestimmte Rituale?
Müller: Erst bei meiner Mama im Altersheim, dann bei mir zu Hause. Rituale? Hm, Kerzen halt. Aber die gibt es eh fast jeden Abend.
Was gibt es Heiligabend zu essen?
Müller: Würschtl mit Sauerkraut und Bier – das ist der Hammer!
Haben Sie einen Vorsatz fürs neue Jahr?
Müller: Aber nein, den vergesse ich eh nur wieder.
Max Müller (60) studierte Schauspiel und Gesang (Stimmlage Bariton) in Wien. Der Kärntner – er stammt aus Klagenfurt am Wörthersee – ist seit Folge eins im Jahr 2002 bei den „Rosenheim-Cops“ dabei. Neue Folgen zeigt das ZDF dienstags um 19.25 Uhr.