Der Bergdoktor: Martins letzter Kampf am Abgrund – Droht das endgültige Aus für Karin und den Gruberhof im dramatischen Staffelfinale? 🏔️🚑💔

Der Schauspieler Fritz Karl spielt im „Salzburg-Krimi“ einen Kriminalpsychologen. Am Donnerstag läuft die erste Folge „Tod am Wolfgangsee“ in der ARD.

Fritz Karl findet die Stadt Salzburg lieblich aber ihren Bahnhof fürchterlich. Mit der Auftaktfolge der neuen ARD-Krimireihe „Der Salzburg-Krimi“, für die er auch das Drehbuch geschrieben hat, tritt der Schauspieler in Konkurrenz zum „Bergdoktor“. „Da wird es für den ,Bergdoktor’ Gegenwind geben“, sagt er im Interview.

Herr Karl, wie kommt man dazu, ein Drehbuch für einen Ritualmord-Krimi zu verfassen?

Als Schauspieler war Drehbuchschreiben für mich totales Neuland. Aber es hat mich interessiert, weil ich in meiner Laufbahn viele Drehbücher gelesen habe: Manche waren gut, viele waren schlecht. Dann habe ich zum Produzenten gesagt: Lass mich das einmal probieren, ohne Vertrag und auf mein Risiko. Und zum Inhalt: In der Region Salzkammergut, aus der ich komme, gibt es noch immer einen sogenannten Junggesellen-Brauch, bei dem fürchterliche Unfälle passieren, weil die Teilnehmer besoffen sind.

Zum Beispiel?

Vor ein paar Jahren war einer so lange in einem Fass mit Bauschaum, dass man ihm hinterher Gliedmaßen amputieren musste. Jemand anderes ist ertrunken. Vor meiner Hochzeit wollte man mich kreuzigen, aber ich habe mich geweigert. Diese Bräuche, die die Essenz des Drehbuchs sind, werden bis heute praktiziert.

Sieht das Salzkammergut in der Auftaktfolge „Tod am Wolfgangsee“ deshalb so dunkel aus?

Naja, der Kameramann und der Regisseur haben eine Farbgebung gewählt, die zu dieser Stimmung passt. Man kann das Salzkammergut auch lieblich und sonnendurchflutet mit Blumenwiesen erzählen. Das hat man hier nicht gemacht, was ich sehr begrüßt habe. Wir haben versucht, eine düstere Stimmung zu erzeugen und trotzdem österreichischen Charme und Schmäh einfließen zu lassen. Salzburg ist ja an sich schon eine sehr schöne, kleine, liebliche Stadt.

Fritz Karl und Lisa Schützenberger im „Salzburg-Krimi“ Foto: ARD Degeto Film/Mona Film/Tivoli

Finden Sie? Ludwig Hirschs Lied „Grüß Gott, Salzburg“ fing so an: „Schon am Bahnhof fahrt er dir in’s G’sicht, der ganze Horror dieser Stadt.“

Der Ludwig hat ja immer die Fratze und das Dunkle einer Stadt gesucht. Ich finde die Innenstadt wirklich sehr lieblich, aber bei einem hatte Ludwig Hirsch Recht: Ich kenne keinen Bahnhof in Österreich, der so finster ist wie Salzburg. Es ist fürchterlich: Da glaubt man, man ist in Frankfurt.

Die beiden Sendetermine der neuen ARD-Krimireihe „Der Salzburg-Krimi“ am 26. Februar und am 5. März konkurrieren direkt mit dem Staffelfinale der ebenfalls in Österreich spielenden ZDF-Serie „Der Bergdoktor“. War diese Entscheidung klug?

Das liegt nicht in meiner Hand. Ich wusste das gar nicht. Da wird es für den „Bergdoktor“ Gegenwind geben.

Ihr Kollege Hans Sigl pflegt als Martin Gruber im „Bergdoktor“ einen „Das kriegen wir hin“-Blick, Sie zeigen als Kriminalpychologe Thomas Meiberger im „Salzburg-Krimi“ diesen „Hm, irgendwas ist seltsam“-Blick. Wie trainiert man diesen Blick?

Ich glaube nicht, dass es dafür eine Methode gibt. Man denkt nach, man spielt, man ist in der Situation. Ich höre ja nicht auf zu spielen, wenn eine Szene vorbei ist. Wo der Regisseur schneidet, obliegt nicht mir als Schauspieler. Ich bin nur ein kleines Rädchen im großen Getriebe des Films.

In einer Pressemitteilung der ARD werden Sie mit der Aussage zitiert: „Meibergers auffälligste Charaktereigenschaft ist seine Unbeständigkeit – vor allem in seinem Privatleben.“ Abgesehen davon, dass dies auch auf den Bergdoktor zutrifft: Was ist reizvoll daran, diese Unbeständigkeit zu spielen?

Es kann auch reizvoll sein, eine Geradlinigkeit zu spielen. Aber eine brüchige Figur ist immer reizvoll, weil es hin und her wabert. Das ist spannender.

Der von Ihnen dargestellte Ermittler sagt einen Satz mit zwei Fehlern: „Die Wiederherstellung von Gerechtigkeit und das Bedürfnis nach Gerechtigkeit ist einer der intensivsten Gefühle, die wir Menschen haben.“ Hat da der Drehbuchautor oder der Schauspieler Fritz Karl geschlampt oder ist das Kunst?

Nein, das ist österreichische Umgangssprache. Sie werden doch jetzt nicht anfangen, mit mir – einem Österreicher – über deutsche Grammatik zu reden (lacht).

Was wird „Der Salzburg-Krimi“ bezüglich der Reisebewegungen von Deutschland nach Österreich bewirken?

Das Salzkammergut hat sich touristisch ja sehr verändert: Früher kamen die deutschen Gäste in Massen zur selben Zeit zum selben Wirt im selben Hotel. Inzwischen ist der Tourismus viel ruhiger und entspannter geworden. Die Qualität hat sich positiv entwickelt, und jetzt machen auch viele Österreicher im Salzkammergut Urlaub. Ich weiß nicht, ob unser Film einen neuen Touristenschub auslösen wird. Aber er wird die Leute auch nicht abschrecken.

Fritz Karl und sein neuer Krimi

Schauspieler
Der österreichische Schauspieler Fritz Karl (58) wirkte am Wiener Volkstheater, dem Theater in der Josefstadt und in unzähligen Fernsehkrimis. In den Jahren 2011 und 2020 wurde er als beliebtester Schauspieler mit dem österreichischen Fernsehpreis Romy ausgezeichnet.

Auftakt
„Der Salzburg-Krimi“ startet mit der Auftaktfolge „Tod am Wolfgangsee“ am Donnerstag, 26. Februar, um 20.15 Uhr in der ARD. Die zweite Folge wird am 5. März ausgestrahlt. Die erste Folge ist bereits hier in der ARD Mediathek abrufbar.