Bergdoktor-Star Mark Keller: “Er ist ein lieber Freund des Hauses geworden”
Mark Keller urlaubt regelmäßig in der Kaiserlodge in Scheffau. Chefin Irene Winkler verrät im Interview, wie der Bergdoktor-Star die Region und ihr Hotel bekannt machte.
FOCUS online: Frau Winkler, ich muss mit dem Bergdoktor beginnen. Wie stark profitieren Sie davon, dass Mark Keller in der Rolle des Dr. Alexander Kahnweiler während der Dreharbeiten bei Ihnen Stammgast ist?
Barbara Winkler: (lacht) Mark Keller ist mittlerweile ein ganz lieber Freund des Hauses geworden. Seit vielen, vielen Jahren ist er nicht nur Stammgast, sondern auch ein lieber Freund. Wir haben auch privat Kontakt und er verbringt auch in seiner Freizeit ein paar Urlaubstage bei uns. Man muss schon sagen, in der Region ist der Bergdoktor sehr wichtig geworden. Für alle Betriebe rund um den Kaiser, also Ellmau, Going, Scheffau, Söll. Die Region hat durch diese Serie einfach eine unglaubliche Bekanntheit gewonnen. Den Bergdoktor kennen fast alle.
Wie viele Zuschauer hat die Serie?
Winkler: Letztes Jahr hatte die Serie ca. 5,6 Millionen Zuschauen in Deutschland und knapp eine Million in Österreich. Das hat einfach eine enorme Reichweite, die zu einer spürbaren Bekanntheit beiträgt.
Selbst ich kenne den grünen Mercedes vom Hauptdarsteller, obwohl ich die Serie fast nie gucke.
Winkler: Genau, das ist der Wagen vom Hans Sigl.
Organisiert der Tourismusverband spezielle Führungen für Fans?
Winkler: Unser Tourismusverband bietet Führungen an, es gibt zudem Fanwochen. Und wir freuen uns, den einen oder anderen Gast bei uns begrüßen zu dürfen.
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Wollen die Fans auch da wohnen, wo Mark Keller wohnt?
Winkler: Das kommt vor.
Der wird wahrscheinlich immer dasselbe Zimmer haben?
Winkler: Nein, hat er nicht immer. Er hat schon ein Lieblingszimmer, aber das ist nicht immer möglich. Aber wir buchen ihn natürlich da ein, wenn es geht.
Ich bin Journalist, verraten Sie mir das Lieblingszimmer?
Winkler: Nein, darf ich nicht. (lacht)
Merken Sie einen stärkeren Zulauf, wenn die Serie ausgestrahlt wird? Jetzt läuft ja gerade die neue Staffel.
Winkler: Das kriegen die Gäste schon mit, weil Mark sehr viel postet. Er ist auf Instagram sehr stark und präsentiert uns da auch dankenswerterweise immer wieder. Er gibt auch immer wieder bekannt, dass er in der Kaiserlodge ist. Und wir merken das auch bei den Anfragen immer wieder.
Geben Sie Auskunft darüber, wann er bei Ihnen ist?
Winkler: Nein, wir geben natürlich keine Auskünfte, wann er hier ist. Das geht aus Datenschutzgründen gar nicht und entspricht nicht unserer Philosophie.
Wie läuft das in den Fanwochen ab?
Winkler: In den Fanwochen ist das verstärkt, weil da einfach so viel Rahmenprogramm ist. Mit Fankarten, Unterschriften und so weiter. Da sind die Stars auch zum Greifen nahe.
Wie ist Mark Keller im Umgang mit Fans?
Der Mark ist sehr offen. Der hat überhaupt kein Problem, wenn er angesprochen wird, für ein Foto und so weiter. Der ist sehr menschennah, sage ich mal. Es läuft jetzt die 19. Staffel. Was mich besonders freut: Es wurde auch bei uns schon gedreht. In meinem Büro, an der Bar.
Hier im Haus?
Winkler: Ja, das war eine Folge vor drei Jahren. Das war der Staffelauftakt von Staffel 17. Mit Harald Krassnitzer als Gastschauspieler.
Den kenne ich, der spielt auch im Tatort mit.
Winkler: Ja, genau.
Jetzt machen wir einen harten Cut und kommen auf die Kaiserlodge zu sprechen. Sie haben ein modulares Konzept: Übernachtung mit Frühstück, aber nicht klassische Vollpension. Warum haben Sie das gemacht?
Winkler: Das gibt einfach eine gewisse Freiheit. Unser Stammhaus ist der Kaiser, das ist unser Mutterbetrieb. Der Kaiser ist jetzt 31 Jahre alt – ein gesundes Vier-Sterne-Haus mit All inclusive auf Buffet-Basis.
Wie viele Betten haben Sie momentan?
Wir haben 448 Betten in beiden Häusern, also im Kaiser und in der Kaiserlodge.
Wie viele hatten Sie vorher, als Sie die Überlegung anstellten, ob Sie erweitern?
Winkler: 200. Wir haben also mehr als verdoppelt.
Aber zuvor stand die Überlegung: Machen wir den Kaiser einfach größer oder entwickeln wir ein anderes Konzept?
Winkler: Richtig. Ich bin eine glückliche Mutter von vier Söhnen, drei davon leiblich. Einen Sohn hat mein Mann mitgebracht. Da merkt man einfach, wie sich die Bedürfnisse im Urlaub ändern, wenn die Familie heranwächst. So hat sich dann die Lodge entwickelt, ein Gegenstück zum All-inclusive.
Inwiefern?
Winkler: Wir bieten die Übernachtung an und der Gast kann alle Hotelannehmlichkeiten dazu buchen. Das ist ein anderes Urlaubsverhalten, eine andere Zielgruppe. Ich wollte nicht etwas bauen, wo dann der Kaiser-Hotelgast sagt: Jetzt gehe ich in die Lodge.
Sie wollten sich nicht selbst kannibalisieren, sondern neue Kundschaft haben.
Winkler: Und es war mir wichtig, dass man von der Wirtschaftlichkeit her Synergien schafft für beide Häuser. Das ist uns gelungen im Kids Club, der zwischen den zwei Häusern steht. Zudem im Skiverleih, in der Haustechnik, in der Reservierung, Rezeption und im ganzen Marketing. Aber wir wollten auch etwas anders machen. So ist das Lodge-Konzept entstanden, dass man frei wählen kann, wie der Urlaubstag aussieht.
Geht mit dem Lodge-Konzept nicht die Kundenbindung verloren? Bei All-inclusive hat man ja Stammkunden, die regelmäßig wiederkehren.
Winkler: Nein, das ist überhaupt kein Problem. Den Kontakt zu den Gastgebern oder zu den Mitarbeitenden sucht der Gast trotzdem. Wir sind in der Ferienhotellerie. Das gehört einfach zum Urlaub dazu.
Stichwort Workation: Wie sehen Sie diesen Trend?
Winkler: Der Gast kann das entscheiden und hat die Möglichkeiten, dass er von hier aus arbeitet. Die Grundversorgung von Internet und so weiter ist da. Fällt uns schon auf, aber wir kriegen jetzt nicht explizit mit, dass er sagt: Ich komme zum Arbeiten her. Das sind Menschen, die im Urlaub auch arbeiten. Was aber schon ein Standbein ist: Wir haben die Möglichkeit für Kongresse. Gerade jetzt haben wir einen Zahnarztkongress im Haus. Dann haben wir große Versicherungsgesellschaften, die viel arbeiten in den Tagen, aber dann auch Ski fahren oder anderen Aktivitäten nachgehen.
Sie haben Millionen in das “Natürlich.Spa” investiert. Wie treffen Sie so eine Entscheidung?
Winkler: Das ist ein Prozess. Das ist nichts, was man innerhalb einer Woche entscheidet. Zum einen sind wir in der glücklichen Lage gewesen, dass wir dieses Grundstück noch hatten zwischen den beiden Häusern und wollten es nutzen. Wir haben uns beschäftigt, wie sich die Saisonen verschieben und was wir damit machen. In welche Richtung diese Investition gehen soll, ist aufgrund einer 1,5-jährigen Gästebefragung gefallen, Das Ergebnis war eindeutig: Die Gäste wünschen sich einen Erwachsenenbereich und mehr Raum für Ruhe und Erholung.

Sie brauchen Preisanpassungen wegen der Inflation. Dann haben Sie das Investment on top. Machen die Gäste das mit? Sind Sie nicht an einer Schwelle, wo es eng werden könnte?
Winkler: Das ist ein sensibles Thema. Eine gewisse Preissteigerung machen die Gäste mit. Wenn ich das überziehe, zum Beispiel ein Hotel macht einen Kategoriewechsel von vier auf fünf Sterne, dann habe ich einen Riesenschritt gemacht. Dann werde ich einen massiven Anteil an Stammgästen verlieren.
Sie müssen doch einen Einklang zwischen Auslastung und Preis schaffen, oder?
Winkler: Genau. Es hilft mir nicht, wenn ich einen abartigen Preis habe und eine Auslastung von 30 Prozent. Es hilft mir auch nichts, wenn ich 100 Prozent Auslastung zu einem miesen Preis habe. Das ist die noch unangenehmere Geschichte.
Viele Hotels klagen über Fachkräftemangel: Wie kümmern Sie sich um Ihre Mitarbeiter?
Winkler: Die Mitarbeitenden sind unser Herzstück und viele sind schon ganz lange bei uns. Das ist wichtig, denn ohne unsere Mitarbeitenden würden wir die Gäste nicht haben. Grundsätzlich ist es etwas besser geworden, gute Fachkräfte zu finden. Aber wir zahlen auch alle über Kollektiv, gerade im Westen von Österreich.
Kollektiv heißt über Tarif, wie wir in Deutschland sagen würden?
Winkler: Ja. Wir haben über 100 Mitarbeiter. Mehr als die Hälfte ist in Jahresstellen, obwohl wir bei 280 Öffnungstagen lagen. Mittlerweile dehnen wir das mit dem neuen Bereich aus. Wichtig ist auch, sich Zeit zu nehmen. Und die Mitarbeitenden brauchen meine drei S: Sicherheit, Sinn und Spaß. Damit fahre ich seit vielen Jahren gut.
Was war in den letzten zwei Jahren die größte Herausforderung?
Winkler: Was mich gefordert hat, war die Entscheidung beim Natürlich.Spa. Wir hatten ein Budget. In der Planungsphase gab es die Möglichkeit, dass wir noch ein Naturchalet dazu nehmen und einen Bereich größer machen. Dies erfordert ein „Jonglieren“ des geplanten Budgets.
Machen wir es oder machen wir es nicht, war dann vermutlich die Frage.
Winkler: Genau. Da haben wir uns hingesetzt und noch einmal nachgerechnet. Können wir es uns leisten oder nicht? Es ist wichtig für ein Unternehmen, dass du dich nach der Decke streckst. Dass du nicht blind aus dem Bauch heraus handelst. Das Bauchgefühl ist wichtig, aber es muss mit Zahlen hinterlegt sein. Da habe ich schon ein bisschen gegrübelt. Aber heute sind wir froh, es war die richtige Entscheidung.
Wie sieht es mit der Nachhaltigkeit aus: Rechnet sich das oder ist das Markenimage?
Winkler: Das ist eine ehrliche Geschichte. Alles, was wir an Nachhaltigkeit machen, da ist kein Greenwashing dabei. Was wir kommunizieren, ist ehrlich. Wir haben eine Photovoltaikanlage, Wärmepumpen und so weiter. Wir sind da auf einem guten Weg. Ist immer noch Luft nach oben. Zum Beispiel das komplette Reinigungssystem. Da haben wir eine Firma ausgesucht, die das zertifiziert hat. Wir haben das Umweltzeichen gemacht und das Eco Label.
Wir wollen nachhaltig sein und gesund wirtschaften. Was allerdings manchmal mehr Geld kostet. Das muss man sagen: Nachhaltigkeit muss man sich leisten können. Aber es ist uns wichtig, weil wir auf unsere Mutter Erde und auf unser begnadetes Fleckchen hier gut aufpassen wollen.
Mit Blick auf Klimawandel und Wintertourismus dürfte sich auch in Scheffau einiges ändern: Wie gehen Sie mit den Herausforderungen um?
Winkler: Die Saisonzeiten verändern sich. Früher haben wir 60 Prozent vom Umsatz im Winter gemacht, von Mitte Dezember bis Ende März. Und 40 Prozent im Sommer. Mittlerweile ist es umgekehrt. Der Sommer ist eine längere Saison. Aber wir merken, dass sich der Dezember verschiebt, da geht’s früher los. Die Märzgäste kommen im Jänner, und im März entwickelt sich eine neue Zielgruppe, da in diesem Monat bereits andere Sportarten wie Wandern oder Trail Running bereits möglich sind. Der Sommer wird immer länger. Da geht’s Anfang Mai los und bis in den November rein.
Abschlussfrage: Was steht in den nächsten fünf Jahren an großen Projekten an?
Winkler: Es schwebt immer etwas im Kopf, aber das ist noch nicht spruchreif. Wichtig ist ein permanenter Prozess in der Branche: Die Immobilie selbst, die Hardware, muss man gut instand halten. Das Schlimmste ist, wenn ein Haus in den Investitionsstau kommt. Da fängt’s zum Bröckeln an.
Die Branche hat mit Energiekosten, Mitarbeiterkosten, Wareneinsatz zu kämpfen. Wir haben Kostensteigerungen, die wir nicht eins zu eins dem Gast weitergeben können. Aber das macht’s auch in unserem Job so spannend, dass man andere Wege sieht.
Wie heißt dieser Spruch? Wenn die See rau wird, muss man die Segel anders spannen. Den Wind kann man nicht abstellen. Und so versuchen wir ständig, alles zu optimieren. Mit einem tollen Team geht das.