Bergdoktor Hans Sigl packt in Bad Wörishofen für Ukraine-Hilfe an
HANS SIGL: Martin Eßer, Mitglied des Vereins, kam auf mich zu und ich habe spontan zugesagt, die Aktion zu unterstützen. Eigentlich wollten wir eine Weihnachtsaktion machen; aber da ist es sehr schwer, Aufmerksamkeit zu generieren, da da sehr vieles passiert, deshalb haben wir uns jetzt getroffen und hoffen, dass wir gemeinsam etwas bewirken können.

Das heißt, dass Sie jetzt gleich tatkräftig mit anpacken?
SIGL: Ich werde jetzt erstmal lernen, wie man ein Lebensmittelpaket packt. Ich bin jetzt schon eine Stunde hier und werde mit Informationen versorgt und staune, was in den vier Jahren passiert ist und was die Menschen von dem Verein alles geleistet haben. Ich bin sprachlos und beeindruckt.
Wie ist ihr Bezug zu Landsberg, wo der Verein ja ansässig ist?
SIGL: Ich wohne am Ammersee, manchmal weiß man leider gar nicht, dass es in der nächsten Umgebung Möglichkeiten zum Helfen gibt. Durch Martin Eßer bekam ich die Möglichkeit dazu.
Sind Sie noch anderweitig sozial engagiert?
SIGL: Ich versuche mich auf verschiedenen Ebenen zu engagieren. Ich bin Schirmherr eines Vereins in Hessen, da geht es um Sprache und Schüler, wie wir den Kindern mit Migrationshintergrund den Zugang zur Sprache vermitteln können. Es gibt viele Bereiche, wo ich unterwegs bin.
Durch Ihre Bekanntheit haben Sie natürlich ganz andere Möglichkeiten und eine ganz andere Reichweite…
SIGL: Das ist in dem Fall tatsächlich ein Glück!
Waren Sie zuvor schon einmal in Bad Wörishofen?
SIGL: Doch natürlich! Man kennt den Kurpark und die Therme, ich bin auch schon durchgelaufen, Bad Wörishofen ist ein ganz bezauberndes Örtchen!

Sie haben mir selbst das Stichwort geliefert – Ihre Bekanntheit hängt natürlich auch mit dem Bergdoktor zusammen, hat Sie das in irgendeiner Form geprägt oder verändert?
SIGL: Es kommt oft die Frage, ob ich mich in eine Schublade gesteckt fühle. Ich sehe es nicht als Schublade. Ich mache es seit zwanzig Jahren, durch die Popularität hat sich vieles ermöglicht, anderes ist etwas schwieriger geworden. Wenn ich einkaufen gehe, dauert es etwas länger, man wird angesprochen, aber ein kurzes Gespräch ist immer schön.
Gibt es Momente, in denen Sie sagen, jetzt ist Schluss, ich möchte nochmal etwas ganz anderes machen?
SIGL: Naja, man überlegt natürlich. Jetzt haben wir die zwanzigste Staffel, irgendwann wird sich das Schicksal des Dr. Martin Gruber auserzählt haben. Diese Staffel und die nächste noch, bis dahin schauen wir mal, was passiert.
Sie sind beruflich und sozial sehr engagiert. Wie und wo entspannen Sie sich?
SIGL: Ich gehe gerne wandern, fahre Radl und spiele sehr gern Golf und treffe mich mit Freunden.
Gefährliche Transporte in die Ukraine
Der Verein „Freiheit Demokratie“ organisiert seit März 2022 Hilfsaktionen für die Ukraine. Wie Mitglied Almut Walch berichtet, werden seit vier Jahren Hunderte von Lebensmittelpaketen, Hygiene- und medizinische Hilfsmittel direkt in die Ukraine transportiert. Diese Transporte sind nicht ungefährlich, wie Vereinsvorstand Christian Bieber selbst erlebt hat; schon sieben Mal wagte er die gefährliche Fahrt. „Man muss immer mit Beschüssen rechnen.“ Im Schnitt beträgt eine Lieferung etwa eine Tonne, wobei der Bedarf immer aktuell abgefragt wird. Mehr Informationen zum Verein gibt es über die Website Freiheit-Demokratie.de. Die aktuelle Lieferung wurde im Gewerbegebiet in Bad Wörishofen verpackt, da Bieber dort seine Firmenhalle hat. Prominente Unterstützung bekam das Packteam vom Schauspieler Hans Sigl (56), der vor allem durch seine Rolle als Dr. Martin Gruber in der Serie „Bergdoktor“ bekannt ist.