„Berlin – Tag & Nacht”-Star Marcel Neue: So haben die Kollegen am Set um Falko getrauert
Die bunten Lichter Berlins und das laute, oft chaotische Leben in der wohl berühmtesten Wohngemeinschaft Deutschlands sind das Markenzeichen von „Berlin – Tag & Nacht“. Doch hinter der glitzernden Fassade der Hauptstadt-Soap herrscht derzeit eine Stille, die so gar nicht zum lauten Image der Serie passen will. Innerhalb kürzester Zeit musste die „BTN-Familie“ zwei ihrer prägendsten Gesichter für immer verabschieden: Falko Ochsenknecht (bekannt als „Ole ohne Kohle“) und Alfio De Benedictis (der legendäre „Fabrizio“). Ein doppelter Schicksalsschlag, der die Darsteller an ihre emotionalen Grenzen bringt.
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Wenn die Rolle zur Realität wird: Ein Set in tiefer Trauer
In einer Daily Soap verschwimmen oft die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Man verbringt mehr Zeit mit den Kollegen als mit der eigenen Familie, teilt über Jahre hinweg Garderoben, Mahlzeiten und emotionale Storylines. Dass nun zwei Urgesteine wie Falko und Alfio fehlen, ist für das Team kein bloßer „Besetzungswechsel“, sondern ein tiefer Einschnitt in das private Leben.
Marcel Neue, der als „Krätze“ seit Ewigkeiten zum harten Kern der Serie gehört, findet im Interview deutliche Worte für das Unbegreifliche: „Scheiße, was passiert ist!“ Es ist eine ehrliche, ungeschönte Reaktion eines Mannes, der nicht nur Schauspielkollegen, sondern enge Freunde verloren hat. Die Herausforderung am Set ist gewaltig: Wie soll man den lebensfrohen, oft flippigen Alltag von „Berlin – Tag & Nacht“ weiterspielen, wenn einem eigentlich nach Weinen zumute ist? Marcel stellt klar, dass die Trauer den Alltag am Set nicht belasten darf – eine professionelle Notwendigkeit, die den Darstellern jedoch alles abverlangt.
Ein Stammtisch für die Seelen: Abschied von „Ole“ und „Fabrizio“

Um diesen Spagat zwischen Professionalität und echtem Schmerz zu meistern, hat die BTN-Crew ihren ganz eigenen Weg der Trauerbewältigung gefunden. Anstatt die Gefühle zu unterdrücken, haben sie einen Ort des Gedenkens geschaffen. Marcel Neue berichtet von gemeinsamen Treffen, einer Art Stammtisch, bei dem die verbliebenen Stars zusammenkommen, um auf ihre verstorbenen Weggefährten anzustoßen.
Es ist ein rührendes Bild: Die Darsteller sitzen zusammen, lachen über alte Anekdoten von Falko, dem „Seelenmenschen“, und erinnern sich an Alfios herzliche Art und seine gute Laune als Italo-Macho Fabrizio. Dieser „Stammtisch der Trauer“ zeigt, dass der Zusammenhalt bei BTN weit über den Feierabend hinausgeht. Man lässt die Verstorbenen in den Geschichten weiterleben und gibt sich gegenseitig den Halt, den man braucht, um am nächsten Morgen wieder vor die Kamera zu treten.
Zwei Legenden hinterlassen eine Lücke
Der Verlust wiegt schwer, denn beide Verstorbenen waren Kult-Figuren. Alfio De Benedictis, der im Dezember verstarb, war als Fabrizio die Seele der Werkstatt und des Kiez-Lebens. Sein plötzlicher Tod löste Entsetzen bei RTLZWEI und den Fans aus. Nur wenige Monate später folgte der nächste Schock: Falko Ochsenknecht verstarb überraschend an einem plötzlichen Herztod. Falko war als „Ole ohne Kohle“ nicht nur ein Darsteller, sondern eine Marke – sein Humor und seine Schlager-Ambitionen machten ihn über die Seriengrenzen hinaus bekannt.
Dass diese beiden lebenslustigen Männer so plötzlich aus dem Leben gerissen wurden, hinterlässt eine Leere, die man nicht einfach mit neuen Rollen füllen kann. Die BTN-Familie zeigt jedoch eine bewundernswerte Stärke: Sie trauern laut, sie trauern gemeinsam und sie zeigen ihren Fans, dass es okay ist, am Boden zerstört zu sein – solange man danach wieder gemeinsam aufsteht.