‘Die Rosenheim-Cops’-Star Marisa Burger: ‘Ich war ein ungeliebtes Kind’
Über Verhältnis zu den Eltern
“Rosenheim-Cops”-Star Marisa Burger: “Ich war ein ungeliebtes Kind”

Autor: Ina Milert
In ihrer Autobiografie spricht “Die Rosenheim-Cops”-Star Marisa Burger offen über ihre Kindheit und das komplizierte Verhältnis zu ihrem Vater.
In ihrer Autobiografie “Vergiss nie, wie dein Herz am Anfang war: Vom Mut, eigene Wege zu gehen” schreibt “Rosenheim-Cops”-Darstellerin Marisa Burger über ihre Kindheit als Altöttinger Lehrertochter. Ein ganzes Kapitel widmet sie ihren Eltern und deren Ansprüchen an sie und ans Leben.
Ein Satz hat sie besonders tief geprägt: “Nur wer etwas schafft, hat einen Wert. Das war der Grundsatz meiner Eltern bei meiner Erziehung.” Lange habe sie sich deshalb permanent unter Druck gefühlt: “Jetzt! Schnell! Sofort! Bloß kein Stillstand.”
Diese innere Unruhe begleitete sie lange Zeit. “Wahrscheinlich kann ich deswegen so schnell reden”, schreibt Burger rückblickend. Sie habe sich selbst ständig angetrieben.
Marisa Burger will gefallen
Gleichzeitig spürte sie früh einen inneren Widerspruch: “Es gab immer zwei Seelen in meiner Brust: Einerseits war ich die Unangepasste und Rebellin. Andererseits hatte ich den Drang in mir, gefallen zu wollen.” Vor allem ihren Eltern wollte sie gerecht werden.
Auch mit dem Schauspielberuf haderten ihre Eltern: Marisa Burgers Mutter schaut nur “Rosenheim-Cops”, wenn sie nicht dabei ist.

Besonders schmerzhaft war für Burger lange die Beziehung zu ihrem Vater. Während der Arbeit an ihrem Buch sprach sie mit ihrer Patentante über ihre Kindheit – und formulierte einen Satz, der sie selbst erschreckte: “Ich war ein ungeliebtes Kind.”
Heute ordnet sie diese Worte anders ein. “Das ist ein schlimmer Vorwurf. Und ganz bestimmt war es auch nicht so. Meine Eltern haben mich geliebt. Sie waren nur zu sehr in ihren Zwängen und Ängsten verhaftet.”
Doch in der Familie wurde kaum über Gefühle gesprochen. Wenn sie nach Streit weinte, habe ihre Mutter nur gesagt: “Wir haben dich lieb, wir haben dich doch so lieb.” In ihrem Kopf habe es dagegen gehämmert: “Was soll das für eine Liebe sein?”
Viele Jahre später suchte Burger die Aussprache und schrieb ihrem Vater einen Brief. Darin schilderte sie, “wie es mir in der Kindheit und Jugend ergangen war und was ich mir von ihm als Vater erhofft hätte”.
Doch eine Antwort blieb aus: “Ich schickte den Brief ab. Und dann habe ich gewartet. Doch eine Antwort kam nie.” Als sie ihn später wiedertraf, stand er schweigend mit Tränen in den Augen vor ihr. “Da wusste ich, er hatte meinen Brief gelesen. Immerhin.” Über Gefühle zu sprechen, blieb dennoch schwierig.
Heute blickt Marisa Burger versöhnlicher auf ihre Vergangenheit. Sie habe gelernt, die Grenzen ihrer Eltern zu verstehen – und ihren Frieden damit zu machen. Auch wenn manches ungesagt blieb, erinnert sie sich inzwischen bewusst an die guten Momente mit ihrem Vater.
Eine eher skurrile Erinnerung: Marisa Burger wurde nach einem Leichenfund für eine Polizistin gehalten.