AWZ: Vanessa hindert Imani und Jan an der Reise! Vanessa will Jan im Zaum halten.

Für Vanessa zerbricht innerhalb kürzester Zeit die gesamte Welt. Während ihr Vater Richard um sein Leben kämpft, schwinden seine Chancen auf ein passendes Spenderherz von Tag zu Tag. Die Hoffnung, die Familie lange getragen hat, löst sich mehr und mehr auf. Die Zeit, in der er an ein Überleben glauben konnte, wird immer knapper. Und genau in diesem verzweifelten Moment entsteht ein Konflikt, der moralisch kaum größer sein könnte – ein Konflikt, der Vanessa in ihre tiefsten Abgründe zwingt.

Ausgerechnet Jan, ein enger Freund der Familie, ein junger Mann, der selbst dem Tod ins Auge blickt, rückt plötzlich ins Zentrum dieses Dilemmas. Jan hat einen bösartigen Hirntumor, der ihm nur wenig Zeit lässt. Er steht am Ende seines Weges, und was ihm noch bleibt, ist ein letzter großer Wunsch: Einmal im Leben die Polarlichter sehen – ein Traum, den er seit vielen Jahren mit sich trägt. Imani, seine Partnerin und wichtigste Bezugsperson, möchte ihm diesen Wunsch erfüllen. Sie plant eine Reise nach Lappland, dessen klare Himmel und eisige Weiten die besten Chancen bieten, das atemberaubende Naturschauspiel zu sehen.

Unter gewöhnlichen Umständen hätte Vanessa keinerlei Zweifel gehabt. Sie hätte Jan und Imani die Reise gegönnt, hätte sich mit ihnen gefreut und ihnen Glück gewünscht. Doch seit sie erfahren hat, dass Jan und Richard dieselbe seltene Blutgruppe haben, hat sich alles verändert. Schlagartig erscheint Jans Traumreise nicht mehr nur als ergreifender Abschied, sondern als riskante Distanz – eine Distanz, die im schlimmsten Moment lebensentscheidend sein könnte.

Die AWZ-Wochenvorschau (Teil 2): Vor diesem Gespräch fürchtet sich Vanessa

Für Vanessa beginnt ein Albtraum, der zwischen Herz und Moral zerrissen ist. Sollte Jan in Lappland zusammenbrechen, könnte niemand rechtzeitig helfen. Sollte Richard in dieser Zeit einen Spender benötigen – den einzigen möglichen Spender, den es überhaupt noch gibt – wäre es zu spät. Dieser Gedanke treibt Vanessa um, quält sie, verfolgt sie in jeder stillen Minute. Es ist ein Gedanke, den sie keinem sagen darf, weil er sofort als herzlos oder unmenschlich gewertet würde. Doch es ist auch ein Gedanke, der ihre einzige Hoffnung sein könnte.

Der Wunsch, ihren Vater zu retten, wird übermächtig und nimmt allmählich die Kontrolle über ihr Handeln ein. Vanessa beginnt Entscheidungen zu treffen, die sie früher empört zurückgewiesen hätte. Sie weiß, wie sehr Jan sich die Polarlichter wünscht. Sie weiß, wie wenig Zeit ihm bleibt. Und trotzdem wächst in ihr der Wunsch, ihn in der Nähe behalten zu wollen – „für alle Fälle“. Nicht weil sie ihm sein Glück nicht gönnt, sondern weil die Angst um ihren Vater ihr Mitgefühl überschattet.

Schritt für Schritt beginnt sie, die geplante Lapplandreise zu sabotieren. Sie sucht Gespräche mit Imani und Jan, stellt kritische Fragen, redet Risiken größer oder kleiner, je nachdem, wie es ihr hilft. Sie betont gesundheitliche Gefahren, mögliche zeitliche Komplikationen, organisatorische Hürden. Jedes Argument dient nur einem einzigen Ziel: Zeit zu gewinnen. Zeit, die sie nicht hat, die Jan nicht hat, die Richard vielleicht überhaupt nicht mehr hat.

Für Vanessa wird der moralische Zwiespalt immer unerträglicher. Äußerlich versucht sie Ruhe zu bewahren, doch innerlich tobt ein Sturm aus Schuldgefühlen, Angst und Scham. Sie sieht Jans Freude über die Reise, sein Aufblühen, seine Hoffnung auf diesen letzten großen Moment – und spürt gleichzeitig das Gewicht ihres eigenen Verrats. Sie beginnt sich selbst zu fragen, wann sie die Grenze überschritten hat. Wann aus Sorge Manipulation geworden ist, wann aus Hoffnung egoistischer Zweck. Und doch fühlt sie, dass sie nicht anders kann. Die Liebe zu ihrem Vater erstickt jeden anderen Gedanken.

Während Jan und Imani voller Sehnsucht und Vorfreude ihre Reise planen, kämpft Vanessa mit ihrer dunklen Seite. Mit der Seite in ihr, die bereit ist, einem sterbenden Freund seinen letzten Traum zu verwehren, um das Leben eines anderen zu retten. Ein Leben, das ihr alles bedeutet. Ein Leben, das sie nicht bereit ist aufzugeben. Der moralische Konflikt, der sie zerreißt, wirft große Fragen auf – für sie selbst und für alle, die ihr Handeln beobachten. Darf man ein Leben gegen ein anderes abwägen? Darf man jemanden festhalten, der nichts mehr hat außer einem einzigen letzten Wunsch?

AWZ-Folge vom 10.09.25 auf RTL+: Imani lernt Vanessas Studienfreund Jan  kennen

Die Situation spitzt sich weiter zu, je näher der Reisetermin rückt. Vanessa wird zunehmend nervöser, ihre Argumente verzweifelter. Imani beginnt zu spüren, dass etwas nicht stimmt. Jan wiederum nimmt Vanessas Verhalten zunächst als Sorge um ihn wahr. Doch je mehr sie die Reise infrage stellt, desto deutlicher erkennt er, dass es um mehr geht – um etwas, das sie nicht sagt, nicht sagen kann. Etwas, das unausgesprochen zwischen ihnen steht wie eine unsichtbare Mauer.

Vanessas Angst wächst. Die Schuldgefühle wachsen mit. Doch noch größer ist die Furcht, die falsche Entscheidung zu treffen – und entweder ihren Vater zu verlieren oder Jan eines der letzten Dinge zu nehmen, die ihm noch Freude bringen. Sie weiß, dass sie Jan und Imani durch ihre Einmischung verletzen könnte. Sie weiß, dass sie am Ende auch sich selbst verlieren könnte. Und doch handelt sie weiter, getrieben von einer Verzweiflung, die jede klare Grenze verwischt.

Der unausweichliche Konflikt schwebt über allem wie ein bedrohlicher Schatten. Früher oder später wird alles ans Licht kommen – Vanessas Motive, ihre Angst, ihre Entscheidungen. Und dann wird sich zeigen, ob sie wirklich jemanden rettet oder etwas viel Größeres zerstört hat: ihre Freundschaften, ihre Glaubwürdigkeit, vielleicht sogar ihr eigenes Selbstbild.

Über allem steht eine Frage, die so erschütternd wie zentral ist:
Wie viel Opfer ist ein Leben wert – und welche Schuld entsteht, wenn man jemandem seinen letzten Traum nimmt, um einen anderen Menschen zu retten?