„Bergdoktor“-Schauspieler Frédéric Brossier ist auf dem ZDF-„Traumschiff“

Herr Brossier, weckt die „Traumschiff“-Melodie bei Ihnen Erinnerungen?
FRÉDÉRIC BROSSIER: Tatsächlich nicht. Ich kenne das Format zwar, aber ich habe es mir früher nicht angeschaut.

Was schauen Sie sich denn stattdessen an? Sehen Sie überhaupt fern?
BROSSIER: Hin und wieder gehe ich gern ins Kino. Ich habe zu Hause keinen Fernsehanschluss und streame deshalb, zurzeit hauptsächlich Arte. Ich gucke mir gerne Dokus an oder natürlich auch mal eine Serie, aber das ist schon ein bisschen her, dass ich eine Serie gesehen habe …

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Viele Schauspieler sehen selbst nicht oder sehr wenig fern. Aber vielleicht lesen ja auch Schriftsteller nicht ständig Bücher …
BROSSIER: Apropos Bücher – ich lese viel und hatte auf dem „Traumschiff“ eine wunderbare Begegnung mit meinem Kollegen Matthias Komm. Er ist auch ein passionierter Leser und wir pflegen seitdem eine kleine Buchfreundschaft. Das heißt, wir stecken uns gegenseitig Bücher zu, die wir gelesen haben. Im Moment lese ich gerade eine Buchempfehlung von ihm.

Welches Buch ist es?
BROSSIER: „Rubicon“ von Kai Havaii, ein Thriller.

Wie lange waren Sie eigentlich auf dem „Traumschiff“ unterwegs?
BROSSIER: Von Ende Februar bis Anfang April. Die ersten drei Wochen haben wir in Neuseeland gedreht, in und um Auckland. Das war wundervoll! Ich musste nicht jeden Tag arbeiten, und an den freien Tagen habe ich die Zeit genutzt und habe mir Auckland angeguckt oder bin mit dem Auto rumgefahren. Ich war zum Beispiel in Hobbiton und habe mir das Filmset angeguckt. Mit Matthias Komm habe ich auch mal eine Radtour gemacht. Und ich war beim Wildwasser-Rafting, das war ziemlich aufregend.

Frédéric Brossier in einer „Traumschiff“-Szene mit seinen Kollegen Luna Baptiste (v.l.), Susanna Simon, Sila Sahin und Matthias Komm.
Frédéric Brossier in einer „Traumschiff“-Szene mit seinen Kollegen Luna Baptiste (v.l.), Susanna Simon, Sila Sahin und Matthias Komm. Foto: Dirk Bartling, ZDF

War Neuseeland für Sie ein Traumziel?
BROSSIER: Ich wollte tatsächlich immer schon gerne mal die Drehorte von „Der Herr der Ringe“ sehen. Die Landschaftsaufnahmen in den Filmen sind so beeindruckend, das wollte ich mir einfach angucken. Und gerade Hobbiton war wunderschön.

Wie hat es Ihnen auf dem Schiff gefallen?
BROSSIER: An und für sich ganz gut. Ich habe ja schon mal eine Serie auf einem Kreuzfahrtschiff gedreht, „Der Schiffsarzt“, ich hatte also schon ein wenig Erfahrung. Aber „Das Traumschiff“ war natürlich noch mal ein ganz anderes Erlebnis. Die Passagiere waren sehr zugänglich, ich habe viele schöne Gespräche geführt. Das sind ja oft Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben und sich jetzt so eine Reise gönnen. Es ist ehrlich gesagt nicht meine Form des Reisens, ich nehme mir lieber einen Rucksack und trampe. Aber ich finde es schön, dass es Menschen gibt, die auch im höheren Alter Lust haben, die Welt zu erkunden.

Es gab sicher auch „Bergdoktor“-Fans, die Sie sofort erkannt haben, oder?
BROSSIER: Die gab es. (lacht) Wir hatten auch eine tolle Autogrammstunde. Ich hatte eine kleine Polaroidkamera dabei und habe währenddessen mit ein paar Leuten Fotos gemacht – die habe ich ihnen geschenkt, damit sie sie sich zu Hause an den Kühlschrank hängen können.

Frédéric Brossier (l.) und Hans Sigl vor der „Bergdoktor“-Praxis.
Frédéric Brossier (l.) und Hans Sigl vor der „Bergdoktor“-Praxis. Foto: Erika Hauri, ZDF

War die Stimmung bei der Arbeit auch so gut wie an Bord?
BROSSIER: Die Stimmung war super. Ich hatte vor allem mit meinen Kollegen Luna Baptiste und Matthias Komm wirklich großes Glück. Wir waren ein eingespieltes Dreiergespann, das hat sich einfach so ergeben. Wir haben uns Kids Club genannt (lacht) und uns regelmäßig verabredet, zum Beispiel zum Kartenspielen oder zum Kaffeetrinken.

Wenn Sie, wie Sie sagten, am liebsten mit dem Rucksack reisen, sind Sie dann auch gern in der Natur?
BROSSIER: Ja, auf jeden Fall. Ich hatte beim Dreh das Glück, dass wir es irgendwie immer geschafft haben, Autos zu mieten, um Tagesreisen machen zu können. Auch als wir nach dem Land-Dreh in Neuseeland dann mit dem Schiff unterwegs waren, haben wir die Gelegenheit genutzt, sobald wir irgendwo angelegt haben, um die Gegend zu erkunden. So konnte ich wirklich viel sehen.

Eine Szene in Auckland spielt auf dem Sky Tower. Wie war das für Sie?
BROSSIER: Das war herrlich! Ich muss gestehen, ich habe sogar eine zusätzliche Szene geschrieben, in der meine Figur von dort runterspringt – mit einem Bungee-Seil natürlich. Das war wirklich mein Wunsch. Aber aus versicherungstechnischen Gründen konnte die Produktion mir das nicht erlauben – dafür durfte ich immerhin auf dem Sky Tower rumlaufen. Ich bin privat Fallschirmspringer und Taucher, das heißt, Höhen und Tiefen liegen mir sehr. Deswegen war das richtig cool, Auckland auch mal von oben zu sehen. Ein toller Moment.

Ihre Figur, Marco Zurheide, ist Önologe, also Weinbau-Experte. Wie ist es um Ihre Weinkenntnis bestellt?
BROSSIER: Ich bin ja halber Franzose. Und meine Familie macht jedes Jahr zu Weihnachten ein Wein-Tasting, jeder steuert eine Flasche bei oder einer bringt verschiedene Weine mit und wir müssen dann den Geschmack beschreiben und versuchen, die Traube das Anbaugebiet zu erraten. Das heißt, es gibt schon ein paar Berührungspunkte zwischen Marco und mir. In der Vorbereitung bin ich auch zu einem richtigen Wein-Tasting gegangen und habe mir dort Notizen gemacht, wie Fachleute mit dem Wein umgehen. Und ich habe mir so ein kleines Buch gekauft, um mich ein bisschen einzuarbeiten. Davon profitiere ich dann auch beim Wein-Tasting in der Familie!

Frédéric Brossier (2.v.r.) in einer „Traumschiff“-Szene auf einem Weingut mit seinen Kollegen Marek Erhardt (v.l.), Susanna Simon und Matthias Komm.
Frédéric Brossier (2.v.r.) in einer „Traumschiff“-Szene auf einem Weingut mit seinen Kollegen Marek Erhardt (v.l.), Susanna Simon und Matthias Komm. Foto: Dirk Bartling, ZDF

Wie schneiden Sie da ab? Erkennen Sie am Geschmack des Weins, wo er angebaut wurde?
BROSSIER: Um ehrlich zu sein: nein. (lacht) Ich bin da wohl doch nicht so begabt wie mein Vater und mein Bruder.

Stimmt es eigentlich, dass Sie fast Flugbegleiter geworden wären?
BROSSIER: Das stimmt. (lacht) Aber die Lufthansa wollte mich nicht. Ich hatte mich beworben, weil ich dachte, das ist doch eine wunderbare Methode, die Welt zu sehen und dafür noch Geld zu bekommen. Ich war mehrsprachig aufgewachsen, konnte Deutsch, Französisch und Englisch und dachte, das passt ganz gut. Und es lief auch gut – bis zu dem Termin, als wir eine Gefahrensituation durchspielen sollten. Ich kam vom Impro-Theater und dachte, jetzt kann ich richtig loslegen, und habe während dieser Simulation ein paar Scherze gemacht. Das kam wohl nicht so gut an …

Nun sind Sie Schauspieler …
BROSSIER: … und das ist auch eine Möglichkeit zu reisen und damit Geld zu verdienen. (lacht)

Ab Januar laufen neue Folgen vom „Bergdoktor“, es ist Ihre dritte Staffel. Wie geht es weiter für Ihre Figur David Kästner?
BROSSIER: Er unterstützt den Bergdoktor natürlich weiterhin tatkräftig in der Praxis. Und dann gibt es da noch die Beziehung mit Lilli … Die verändert sich, da passiert viel Neues, auf das sich die Fans auf jeden Fall freuen können. Es entwickelt sich eine spannende Dynamik.

Und die Rolle bleibt erhalten?
BROSSIER: Das würde mich sehr freuen. Es steckt auf jeden Fall noch viel Entwicklungspotenzial in David Kästner.

Frédéric Brossier (33) stammt aus Rüsselsheim und studierte Schauspiel in Hannover. Seine erste Rolle in einer TV-Serie spielte er 2018 in „Soko Wismar“, bekannt ist er vor allem aus der ZDF-Reihe „Der Bergdoktor“. Am 23. November um 20.15 Uhr zeigt das ZDF „Das Traumschiff: Auckland“ mit Brossier in einer Hauptrolle. In der Mediathek ist der Film bereits verfügbar.