AWZ-Pause mehr bei AWZ im TV zu sehen ist, können Fans sich freuen,

Diese Woche bietet für Filmfans gleich zwei völlig unterschiedliche, aber gleichermaßen fesselnde Neuerscheinungen: Einerseits kehren die kleinen blauen Helden mit einem modernen Abenteuer auf DVD und Blu-ray zurück – „Die Schlümpfe: Der große Kinofilm“ –, andererseits erzählt das eindringliche DDR-Drama „Jenseits der blauen Grenze“ eine Geschichte über Mut, Freundschaft und den Wunsch nach Freiheit. Zwischen Kinderfilm und Zeitgeschichte, zwischen Partybeats und Ostseeflucht spannt sich also ein breites Spektrum, das cineastisch kaum gegensätzlicher sein könnte.


💙 Die Schlümpfe – Der große Kinofilm: Alte Helden, neues Abenteuer

Wer die Schlümpfe aus den alten Comics von Peyo oder der kultigen Hanna-Barbera-Serie der 80er kennt, wird sich bei dieser Neuauflage vermutlich verwundert die Augen reiben. Denn in „Die Schlümpfe – Der große Kinofilm“ trifft Nostalgie auf TikTok-Ästhetik: Papa Schlumpf mit Kopfhörern am DJ-Pult, ein Influencer-Schlumpf, und Partystimmung in Schlumpfhausen – das klingt zunächst so gar nicht nach der idyllischen Welt, mit der ganze Generationen aufgewachsen sind.

Und doch hat der Film das Potenzial, eine neue Generation von Fans zu begeistern. Die kreativen Köpfe hinter dem Projekt wollten bewusst einen frischen Zugang schaffen – modern, bunt und rhythmisch, ohne die Wurzeln zu verleugnen. Selbst hartgesottene Traditionalisten müssen anerkennen: Die Schlümpfe sehen endlich wieder so aus wie früher.

Nach den umstrittenen 3D-Abenteuern aus 2011, 2013 und 2017, die visuell oft kritisiert wurden, orientiert sich diese neue Produktion wieder stärker an den klassischen Comic-Vorlagen. Zwar sind die Figuren weiterhin digital animiert, doch der Look ist detailreicher, wärmer und erinnert spürbar an die Handzeichnungen Peyos.

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Der Film beginnt klassisch: Schlumpfhausen in seiner ganzen friedlichen Pracht, begleitet vom altbekannten Lalalala-Gesang. Doch die Idylle hält nicht lange an. Schon nach wenigen Minuten reißt elektronische Popmusik den Zuschauer in die Gegenwart – die Schlümpfe feiern, tanzen und singen, während Pop-Superstar Rihanna mit ihrem Song „Friend of Mine“ für den Soundtrack sorgt.

Und es gibt noch ein weiteres Highlight: Rihanna leiht in der englischen Originalfassung der Schlumpfine ihre Stimme. Neben ihr sind internationale Stars wie John GoodmanJames Corden und Kurt Russell zu hören. In der deutschen Version übernehmen Uwe Ochsenknecht und Rick Kavanian die Synchronrollen und sorgen für Witz und Charme.

Doch dann geschieht das Unvermeidliche: Ein dunkles Portal öffnet sich am Himmel, und Papa Schlumpf wird hineingezogen – spurlos verschwunden! Schon bald stellt sich heraus, dass der ewige Widersacher Gargamel seine Finger im Spiel hat, diesmal jedoch nicht allein: Er arbeitet mit seinem Bruder Ratzar Amel zusammen.

Die Schlümpfe müssen ihren Anführer retten – und ihre Suche führt sie aus der magischen Welt direkt in die reale. Wie schon im Film von 2011, als sie in New York landeten, verschlägt es sie diesmal nach Paris, wo zwischen Eiffelturm, Metro und Croissants das Chaos ausbricht.

Was folgt, ist ein rasantes Abenteuer voller Slapstick, Emotion und Musik. Der Film bleibt dabei seiner Zielgruppe treu: Er richtet sich vor allem an Kinder und Familien, bietet aber genug Nostalgie, um auch erwachsene Fans zu unterhalten.

Fazit: Wer die Schlümpfe liebt, wird sich über diese gelungene Balance zwischen Klassik und Moderne freuen. Die Animation ist farbenfroh, der Humor charmant, und selbst wenn Papa Schlumpf als DJ zunächst befremdlich wirkt – am Ende ist alles wieder herrlich schlumpfig.
🟦 DVD-Preis ca. 14 € | USA 2025 | Regie: Chris Mille | Laufzeit: 86 Minuten


🌊 Jenseits der blauen Grenze – Eine Flucht, die unter die Haut geht

Der zweite DVD-Tipp dieser Woche führt in eine ganz andere Welt – in die späten Jahre der DDR, als Freiheit nur ein Traum war. Der Film „Jenseits der blauen Grenze“, basierend auf dem gleichnamigen Jugendroman von Dorit Linke, erzählt eine wahre Geschichte von Mut, Freundschaft und dem verzweifelten Versuch, einem unterdrückenden System zu entkommen.

Im Mittelpunkt stehen drei Jugendliche, die in einer scheinbar normalen, aber innerlich zerrissenen Gesellschaft aufwachsen:

  • Hanna (Lena Urzendowski) – eine talentierte Schwimmerin, die kurz davor steht, in den Olympiakader aufgenommen zu werden. Ihre Karriere scheint vorgezeichnet, doch der Preis dafür ist hoch.
  • Andreas (Willi Geitmann) – der Sohn eines parteitreuen Funktionärs, rebellisch, wortgewandt und voller Widerspruchsgeist.
  • Jens (Janis Weichelmann) – der Neuling aus Dresden, eher der Spaßvogel der Gruppe, aber mit einem klaren Blick für Ungerechtigkeit.

Was zunächst wie ein typisches Jugenddrama wirkt, entwickelt sich nach und nach zu einer Geschichte über politische Enge und den Wunsch nach Freiheit. Während die drei Freunde ihre Jugend zwischen Schwimmbad, Schulhof und Propagandaparolen verbringen, wächst in ihnen das Gefühl, dass sie im falschen System leben.

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Besonders Andreas kann die Kontrolle seines Vaters und der Partei nicht länger ertragen. Ständig wird er „an das Kollektivbewusstsein erinnert“, immer wieder gemaßregelt, immer wieder gebrochen. Schließlich trifft er eine Entscheidung, die alles verändert:

„Ich hau ab.“

Dieser Satz wird zum Wendepunkt des Films. Denn was folgt, ist kein reines Fluchtdrama, sondern eine emotional dichte Erzählung, die Zeiten, Erinnerungen und Perspektiven miteinander verwebt. Regisseurin Sarah Neumann verzichtet auf pathetische Heldenmomente und zeigt stattdessen die beklemmende Realität einer Jugend, die zwischen Anpassung und Aufbegehren zerrieben wird.

Die Kamera begleitet die Protagonisten auf ihrer gefährlichen Flucht über die Ostsee, in improvisierten Booten, mitten in der Nacht – zwischen Angst, Hoffnung und unbändiger Sehnsucht nach einem Leben „jenseits der blauen Grenze“.

Was den Film so besonders macht, ist seine authentische, leise Erzählweise. Statt große politische Statements zu setzen, zeigt er, wie sich Unterdrückung im Alltag bemerkbar macht: in Blicken, in Schweigen, in kleinen Gesten. Die schauspielerischen Leistungen – allen voran von Lena Urzendowski – verleihen der Geschichte eine unmittelbare Nähe und Echtheit.

Fazit: „Jenseits der blauen Grenze“ ist kein lautes, heroisches Freiheitsdrama, sondern ein intimes, berührendes Stück Zeitgeschichte, das noch lange nachwirkt. Es erinnert daran, wie viel Mut es kostet, Grenzen zu überschreiten – und wie kostbar die Freiheit ist, die heute oft selbstverständlich scheint.
🎞️ Blu-ray-Preis ca. 15 € | Deutschland 2024 | Regie: Sarah Neumann | Laufzeit: 101 Minuten


📺 Fazit der Woche

Diese beiden DVD-Highlights könnten unterschiedlicher kaum sein – und doch erzählen sie beide auf ihre Weise von Grenzen:
Die Schlümpfe brechen ihre eigenen kreativen Grenzen auf, um ein modernes Publikum zu erreichen, während die Jugendlichen in „Jenseits der blauen Grenze“ buchstäblich um ihr Leben schwimmen, um politische Mauern zu überwinden.

Ob Familienunterhaltung oder bewegendes Zeitdrama – diese Woche ist für jeden Filmgeschmack etwas dabei. Also: Popcorn raus, Licht aus, und Film ab – zwischen blauem Himmel und blauer Grenze. 💙